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Ein hölzerner Baumwipfelpfad windet sich durch das herbstliche Blätterdach eines BuchenwaldsAI generated

Wald & Natur

Ein grünes Wochenende: Nationalparks und Waldunterkünfte in Deutschland und Österreich

Baumwipfelpfade, wilde Täler und stille Hütten: fünf Waldnationalparks in Deutschland und Österreich für ein Wochenende an der frischen Luft, mit Ideen für die Anreise per Bahn.

4 Min. Lesezeit24. Oktober 202648.89° N · 13.48° O

Kaum etwas setzt nach einer vollen Woche einen so klaren Neuanfang wie zwei Tage in einem großen Wald. Deutschland und Österreich sind reich an geschütztem Wald, von den wilden Bergrücken an der tschechischen Grenze bis zu den Buchentälern Oberösterreichs. Ihre Nationalparks verbinden gut markierte Wege, Rangerführungen und Besucherzentren mit großen Flächen, auf denen die Natur einfach sich selbst überlassen bleibt. Hier sind fünf der schönsten für ein grünes Wochenende, mit Ideen für Unterkunft und Anreise.

Der Bayerische Wald: wo alles begann

Der Nationalpark Bayerischer Wald ist Deutschlands erster Nationalpark. Er wurde im Oktober 1970 in den bewaldeten Bergen zwischen Rachel und Lusen eröffnet und ist seither deutlich gewachsen. Zusammen mit dem benachbarten Nationalpark Šumava auf tschechischer Seite bildet er eine riesige, zusammenhängende Waldlandschaft. Sein Leitspruch lautet , und große Teile des Parks dürfen sich tatsächlich ohne Eingriffe entwickeln.

Bei Neuschönau, am Nationalparkzentrum Lusen, wurde 2009 ein eröffnet. Der hölzerne Steg verläuft auf rund 1.300 Metern Länge zwischen 8 und 25 Metern über dem Boden und endet an einem 44 Meter hohen Turm in Form eines Eis, mit weitem Blick über den Wald. Ganz in der Nähe zeigt ein großes Tierfreigelände Arten wie Luchs, Wolf, Bär und Elch in weitläufiger, naturnaher Umgebung, ein zweites Freigelände liegt am Nationalparkzentrum Falkenstein.

Der Park ist auch ohne Auto gut erreichbar. Die Regionalzüge der fahren nach Zwiesel, Bayerisch Eisenstein und Grafenau, und Busse verbinden die Dörfer mit den Ausgangspunkten der Wanderwege. In vielen Orten ringsum erhalten Übernachtungsgäste eine Gästekarte mit dem -Logo, die für Busse und Bahnen der Region gilt.

Ein Holzbohlenweg durch einen moosigen Fichtenwald in einem Nationalpark im MorgenlichtAI generated
Ein Holzbohlenweg durch einen moosigen Fichtenwald in einem Nationalpark im Morgenlicht

Schwarzwald und Eifel: zwei jüngere Parks

Der Nationalpark Schwarzwald wurde 2014 als erster Nationalpark Baden-Württembergs gegründet. Er umfasst zwei Teilgebiete entlang der Höhenrücken des Nordschwarzwalds. Am Ruhestein eröffnete 2020 ein Nationalparkzentrum mit Ausstellungen und einem Skywalk, der zu einem Aussichtsturm führt. Von dort geht es auf einem Pfad hinunter zum Wildsee, einem dunklen Karsee, den die Gletscher hinterlassen haben und den ringsum Wald einrahmt.

Weiter nördlich wurde 2004 der Nationalpark Eifel als erster Nationalpark Nordrhein-Westfalens gegründet. Seine Buchenwälder, Stauseen und offenen Heideflächen durchquert der Wildnis-Trail, eine Route von rund 85 Kilometern in vier Etappen von Höfen bei Monschau nach Zerkall. Sein Wegzeichen ist ein Wildkatzenkopf, eine Anspielung auf einen der scheuesten Bewohner des Parks. Schon eine einzelne Etappe ergibt eine schöne Samstagswanderung.

Harz und Kalkalpen

Der Nationalpark Harz erhielt seine heutige Form am 1. Januar 2006, als zwei 1990 und 1994 gegründete Parks vereinigt wurden. Er erstreckt sich über Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und reicht hinauf bis zum Brocken, mit 1.141 Metern der höchste Gipfel des Harzes und berühmt für seine Nebel. Eine Schmalspur-Dampfbahn schnauft von Wernigerode bis auf den Gipfel, eine schöne Art anzukommen, bevor Sie durch Fichtenwald und zwischen Granitblöcken wieder absteigen.

In Österreich wurde 1997 der Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich eröffnet. Er schützt eines der größten Waldwildnisgebiete des Landes, eine Landschaft aus Kalkbergen, tiefen Schluchten, klaren Bächen und ausgedehnten Buchenwäldern. Seit 2017 gehören seine alten Buchenwälder zum länderübergreifenden UNESCO-Welterbe der alten Buchenwälder und Buchenurwälder Europas. Besucherzentren am Rand des Parks sind gute Ausgangspunkte für Wanderungen und Rangertouren.

Große Flächen, auf denen die Natur einfach sich selbst überlassen bleibt.

Baumwipfelpfade, Hütten und Waldhotels

Ein Baumwipfelpfad gehört zu den eindrücklichsten Arten, einen Wald zu erleben. Wer zwischen den Kronen von Buchen und Fichten geht, sieht Bäume, die man sonst nur von unten kennt, aus einem ganz neuen Blickwinkel, und sanft ansteigende Stege machen die Pfade für Kinder und viele Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Mehrere Waldregionen in Deutschland und Österreich haben inzwischen einen, und im weichen Licht des späten Nachmittags sind sie besonders stimmungsvoll.

Für die Nacht ist die Auswahl groß. Holzhütten und Ferienwohnungen am Waldrand bieten Privatsphäre und einen Ofen für kühle Abende. Waldhotels haben zusätzlich Saunen, Schwimmbäder und ein reichhaltiges Frühstück, während kleine Pensionen in den Nationalparkdörfern Sie nah an die Ausgangspunkte der Wanderwege bringen. Achten Sie auf Unterkünfte in Gehweite einer Bushaltestelle oder eines Bahnhofs, damit das Auto das ganze Wochenende zu Hause bleiben kann.

So planen Sie Ihr Wochenende

Ein wenig Vorbereitung macht ein Waldwochenende viel entspannter. Diese Punkte gelten für alle fünf Parks:

  • Reisen Sie möglichst mit der Bahn an. Alle fünf Regionen sind per Zug erreichbar, und Busse verbinden Bahnhöfe und Ausgangspunkte.
  • Schließen Sie sich einer Rangerführung an. Die Ranger der Nationalparks zeigen Ihnen Details, die Sie allein leicht übersehen würden.
  • Bleiben Sie auf den markierten Wegen. Die Beschilderung ist ausgezeichnet, und die Besucherzentren haben Karten und aktuelle Informationen zu den Wegen.
  • Behalten Sie das Wetter im Blick. Auf den Höhenrücken kann es schnell umschlagen, packen Sie also auch im Sommer eine Regenjacke und warme Kleidung ein.
  • Respektieren Sie die Kernzonen. In der eines Parks hat die Natur Vorrang: Bleiben Sie auf den Wegen, führen Sie Hunde an der Leine und lassen Sie Pflanzen, Steine und Holz, wo sie sind.

Für zwei Tage bewährt sich ein einfacher Ablauf. Reisen Sie am Freitagabend an, damit das Wochenende mit einer ruhigen Nacht im Wald beginnt. Verbringen Sie den Samstag mit einer längeren Wanderung oder einer Rangertour, mit Picknick an einem See oder Aussichtspunkt. Halten Sie den Sonntag gemächlich: ein Baumwipfelpfad, ein Tierfreigelände oder eine kurze Runde nahe der Unterkunft, danach ein spätes Mittagessen vor der Heimfahrt mit dem Zug.

Wörter in diesem Artikel

Natur Natur sein lassen
Der Leitspruch des Nationalparks Bayerischer Wald: Die Natur soll sich nach ihren eigenen Gesetzen entwickeln dürfen.
Waldbahn
Das regionale Zugnetz, das den Bayerischen Wald erschließt.
GUTi
Das Logo der Gästekarte im Bayerischen Wald, mit der Übernachtungsgäste Busse und Bahnen der Region nutzen können.
Baumwipfelpfad
Ein erhöhter Holzsteg, der durch die Kronen des Waldes führt.
Kernzone
Der zentrale Bereich eines Nationalparks, in dem sich die Natur mit möglichst wenig menschlichem Einfluss entwickelt.

Häufige Fragen

Lassen sich diese Nationalparks ohne Auto besuchen?

Ja. Alle fünf Regionen sind ans Bahnnetz angeschlossen, und Busse verbinden die Bahnhöfe mit Dörfern, Besucherzentren und Ausgangspunkten. Im Bayerischen Wald erhalten Übernachtungsgäste in vielen Gemeinden eine Gästekarte, die für Busse und Bahnen der Region gilt. Anderswo machen Regionaltickets und Shuttlebusse in die Parks autofreie Wochenenden leicht. Prüfen Sie vor der Reise die aktuellen Fahrpläne, besonders für Sonntage.

Welche Jahreszeit eignet sich am besten für ein Waldwochenende?

Jede Jahreszeit hat ihren Reiz. Der späte Frühling bringt frisches Buchengrün und Vogelgesang, der Sommer kühlen Schatten an heißen Tagen, und im Herbst färben sich die Buchenwälder golden und kupferrot. Der Winter ist stiller, mit Schnee auf den höheren Rücken und klaren, frischen Tagen. Manche Einrichtungen und Baumwipfelpfade haben im Winter kürzere Öffnungszeiten, prüfen Sie also die aktuellen Zeiten.

Sind Nationalparks für Kinder geeignet?

Sehr sogar. Baumwipfelpfade, Tierfreigelände und kurze Themenwege sind auf Familien ausgerichtet, und viele Besucherzentren haben Ausstellungen zum Mitmachen. Viele Parks bieten außerdem eigene Rangerprogramme für Kinder an. Wählen Sie kürzere Wanderungen mit einem klaren Ziel, etwa einem See, einem Aussichtsturm oder einem Picknickplatz, und nehmen Sie reichlich Proviant mit.

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Eine ruhige Minute: ein gleichmäßiger Atemtakt mit einem wachsenden Baum, für den Zug, das Hotelzimmer oder die Parkbank.

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