
3 Tage in Düsseldorf: der Rhein, die Altstadt und die Kunst
Drei Tage am Rhein, von der Altstadt und ihren Brauhäusern über die Königsallee und große Kunstsammlungen bis zu den Gehry-Bauten im MedienHafen und einem Schloss am Fluss.
Düsseldorf lebt am Rhein. Die kompakte Altstadt reicht bis an eine breite Uferpromenade, der elegante Boulevard folgt einem Kanal im Schatten alter Bäume, und die Museen bewahren einige der schönsten Werke moderner Kunst in Deutschland. In drei Tagen erleben Sie Brauhäuser in der Altstadt, Kunst und Architektur, ein Dorf am Rhein mit der Ruine einer Kaiserpfalz und ein rosafarbenes Barockschloss in einem Park.
Eine Stadt am Rhein
Die Altstadt ist so klein, dass Sie sie in einer Viertelstunde durchqueren, und doch steckt in ihr die älteste Geschichte der Stadt. Auf dem Burgplatz ist der Schlossturm alles, was beim Brand des alten Schlosses 1872 übrig blieb, heute beherbergt er ein Schifffahrtsmuseum. Gleich daneben ragt der gedrehte Turmhelm von St. Lambertus über die Dächer.
Die , Kinder, die Rad schlagen, sind das beliebteste Wahrzeichen der Stadt. Ein Bronzebrunnen auf dem Burgplatz aus dem Jahr 1954 zeigt zwei Jungen mitten im Rad, und Wettbewerbe für junge Radschläger gibt es seit 1937. Wie die Tradition entstand, weiß niemand genau, und gerade das macht ihren Reiz aus.
In der Altstadt ist auch das zu Hause, ein dunkles, kupferfarbenes Bier, gebraut mit obergäriger Hefe. Mehrere traditionelle Brauhäuser brauen es noch im eigenen Haus und schenken es in kleinen, geraden Gläsern aus. Senf wird in Düsseldorf seit dem 18. Jahrhundert hergestellt, und die scharfe, dunkle Sorte der Stadt, im Dialekt genannt, liegt auf vielen Tellern neben deftigen rheinischen Gerichten.

Anreise, Nahverkehr und die Wahl des Viertels
Der Flughafen Düsseldorf liegt direkt nördlich der Stadt. Vom S-Bahnhof unter dem Terminal fahren Züge in rund 12 Minuten zum Hauptbahnhof, und der SkyTrain, eine Hängebahn, verbindet das Terminal in wenigen Minuten mit dem Fernbahnhof des Flughafens.
In der Stadt sind die Wege kurz, die meisten Sehenswürdigkeiten im Zentrum liegen zu Fuß nah beieinander. Die Rheinbahn betreibt Straßenbahnen, Stadtbahnen und Busse mit einem gemeinsamen Ticketsystem, praktisch für die Fahrt zum MedienHafen, nach Benrath oder nach Kaiserswerth.
Wohnen Sie in der Altstadt oder in ihrer Nähe, wenn Sie den Fluss und die Brauhäuser vor der Tür haben möchten, in der Carlstadt rund um den Markt auf dem Carlsplatz für ruhigere Straßen aus dem 18. Jahrhundert, nahe der Königsallee für Eleganz oder am MedienHafen für zeitgenössische Architektur und den Blick auf den Rhein.
Drei Tage, Stunde für Stunde
Erster Tag Altstadt und Rhein
- Morgens
Markt auf dem Carlsplatz
Beginnen Sie auf dem Markt am Carlsplatz in der Carlstadt, geöffnet von Montag bis Samstag. An den Ständen gibt es Blumen, Käse, Fisch, Obst und Spezialitäten der Region, darunter Gläser mit scharfem Düsseldorfer Senf, und an mehreren Theken bekommen Sie Kaffee oder ein kleines Frühstück, das Sie im Stehen zwischen den Marktbesuchern genießen.
- Nachmittags
Marktplatz, Burgplatz und Altstadtgassen
Gehen Sie zum Marktplatz, wo das Alte Rathaus dem bronzenen Reiterstandbild des Jan Wellem von Gabriel de Grupello gegenübersteht. Es wurde 1711 enthüllt und zählt zu den schönsten Barockskulpturen nördlich der Alpen. Weiter geht es zum Burgplatz mit Schlossturm und Radschlägerbrunnen, dann durch die Gassen in Richtung St. Lambertus.
- Abends
Rheinuferpromenade und ein Brauhaus
Schlendern Sie über die Rheinuferpromenade, während die Sonne über den Wiesen am anderen Ufer sinkt und sich die Stufen am Wasser füllen. Kehren Sie danach in eines der traditionellen Brauhäuser der Altstadt ein, auf ein Glas Altbier und einen deftigen rheinischen Teller mit Senf dazu.
Zweiter Tag Die Kö, die Kunst und der Hafen
- Morgens
Königsallee und Hofgarten
Spazieren Sie über die Königsallee, die hier alle nur Kö nennen und auf der Bäume einen langen Kanal beschatten, der Anfang des 19. Jahrhunderts zusammen mit dem Boulevard angelegt wurde. An ihrem nördlichen Ende geht es in den Hofgarten, ab 1769 von Nicolas de Pigage angelegt und oft als erster öffentlicher Park Deutschlands bezeichnet.
- Nachmittags
K20 und Kunstpalast
Widmen Sie den Nachmittag der Kunst. Das K20 am Grabbeplatz zeigt die Landessammlung zur Kunst des 20. Jahrhunderts, darunter rund hundert Werke von Paul Klee. Gehen Sie danach durch den Hofgarten in Richtung Rhein zum Kunstpalast am Ehrenhof, dessen Sammlungen von Alten Meistern bis zu Glas und Gegenwartskunst reichen.
- Abends
MedienHafen und Rheinturm
Folgen Sie der Promenade nach Süden zum MedienHafen, wo sich die drei geschwungenen Bauten des Neuen Zollhofs, entworfen von Frank Gehry und Ende der 1990er-Jahre fertiggestellt, in weißem Putz, glänzendem Stahl und rotem Backstein zum Wasser neigen. Gleich daneben zählt nach Einbruch der Dunkelheit die Lichtuhr am Rheinturm Stunden, Minuten und Sekunden.
Dritter Tag Kaiser, Schlösser und Japan
- Morgens
Kaiserswerth
Fahren Sie mit der U79 nach Norden nach Kaiserswerth, einem stillen Ort mit alten Häusern am Rhein. Am Wasser stehen die Ruinen der Kaiserpfalz, die Kaiser Barbarossa im 12. Jahrhundert als Festung bauen ließ, mit Mauern von bis zu 4,5 Metern Stärke. Eine kleine Fähre bringt Sie hinüber ans andere Ufer.
- Nachmittags
Schloss und Park Benrath
Fahren Sie mit der S-Bahn nach Süden nach Benrath, zu einem rosafarbenen barocken Lustschloss, das Nicolas de Pigage ab 1755 für Kurfürst Carl Theodor entwarf. Gehen Sie um den langen Spiegelweiher und durch die Alleen, die in den früheren Jagdwald geschlagen wurden und an denen formale Gärten und Landschaftsgarten nebeneinander liegen.
- Abends
Immermannstraße und das japanische Viertel
Beschließen Sie die Reise im japanischen Viertel rund um die Immermannstraße, zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt. In Düsseldorf lebt eine der größten japanischen Gemeinden Europas, und die Straßen hier säumen Nudelbars, Bäckereien, Buchläden und Lebensmittelgeschäfte, ein schöner Ort für ein entspanntes letztes Abendessen.
Kunst, Gärten und Dörfer am Fluss
Für eine Stadt ihrer Größe besitzt Düsseldorf einen ungewöhnlichen Reichtum an Kunst. Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zeigt Klassiker des 20. Jahrhunderts im K20 am Grabbeplatz und Gegenwartskunst im K21 im Ständehaus, einem früheren Parlamentsgebäude an einem Teich im Süden der Innenstadt. Der Kunstpalast ergänzt Malerei aus mehreren Jahrhunderten und eine berühmte Glassammlung.
Auch die Parks gehören zu dieser Geschichte. Der Hofgarten wurde ab 1769 für Kurfürst Carl Theodor angelegt und wuchs später zu dem Landschaftspark, durch den Sie heute von der Königsallee fast bis an den Rhein gehen. Weiter nördlich liegt im Nordpark ein japanischer Garten, ein ruhiger Gegenpol zu den belebten Einkaufsstraßen der Stadt.
An den Rändern der Stadt reicht die Geschichte weiter zurück. Kaiserswerth entstand um ein Kloster, das um 700 auf einer damaligen Rheininsel gegründet wurde, und im 19. Jahrhundert eröffnete Pfarrer Theodor Fliedner dort eine Diakonissenanstalt, in der Florence Nightingale 1851 ausgebildet wurde. Benrath dagegen entstand allein zum Vergnügen, als Landsitz des Kurfürsten.
Düsseldorf lebt am Rhein.
Die beste Reisezeit
Frühling und Sommer sind die Zeit der Rheinwiesen und der Stufen am Ufer, wenn die Stadt ihre Abende am Wasser verbringt. Der Herbst bringt mildes Wetter für Spaziergänge und einen vollen Kulturkalender, und ab Ende November füllen Weihnachtsmärkte die Plätze der Innenstadt mit Lichtern und Holzbuden.
Der Karneval ist die zweite große Jahreszeit der Stadt. Er beginnt am 11. November und steigert sich bis zum , dem Montag vor Aschermittwoch, wenn ein langer Zug aus Wagen, Musikkapellen und kostümierten Gruppen durch die Innenstadt zieht und Süßigkeiten in die Menge am Straßenrand fliegen.
Wörter in diesem Artikel
- Altbier
- Dunkles, kupferfarbenes, obergäriges Bier, das traditionelle Bier der Düsseldorfer Altstadt.
- Radschläger
- Düsseldorfs Rad schlagende Kinder, das beliebteste Wahrzeichen der Stadt und Motiv eines Brunnens auf dem Burgplatz.
- Mostert
- Mundartwort für den scharfen, dunklen Düsseldorfer Senf, der seit dem 18. Jahrhundert in der Stadt hergestellt wird.
- Kö
- Kurzname der Königsallee, des eleganten Boulevards entlang eines baumgesäumten Kanals.
- Rosenmontag
- Der Höhepunkt des Karnevals am Montag vor Aschermittwoch, mit einem langen Umzug durch die Stadt.
Häufige Fragen
Wie kommt man vom Flughafen Düsseldorf in die Innenstadt?
Vom S-Bahnhof unter dem Terminal fahren Züge in rund 12 Minuten zum Hauptbahnhof. Alternativ bringt Sie der SkyTrain, eine Hängebahn, vom Terminal zum Fernbahnhof des Flughafens, wo Regional- und Fernzüge halten. Vom Hauptbahnhof erreichen Sie mit den Straßenbahnen und Stadtbahnen der Rheinbahn die Altstadt und die Königsallee in wenigen Minuten.
Was ist Altbier?
Altbier ist das traditionelle Bier Düsseldorfs, dunkel und kupferfarben, mit obergäriger Hefe gebraut und danach kühl gelagert. Mehrere traditionelle Brauhäuser in der Altstadt brauen es noch im eigenen Haus und schenken es in kleinen, geraden Gläsern aus. Probieren Sie es zu einem deftigen rheinischen Gericht mit einem Klecks des scharfen Senfs der Stadt, im Dialekt Mostert genannt.
Wann ist Karneval in Düsseldorf?
Die Karnevalssession beginnt am 11. November und erreicht ihren Höhepunkt in den Tagen vor Aschermittwoch. Den Gipfel bildet der Rosenmontag, der Montag vor Aschermittwoch, wenn ein langer Zug aus Wagen, Musikkapellen und kostümierten Gruppen durch die Innenstadt zieht und Süßigkeiten in die Menge fliegen. Die genauen Termine verschieben sich jedes Jahr mit dem Osterdatum.


