
Lernen mit den Händen: Kurse, die eine Reise prägen
Ein Kurs von zwei bis drei Stunden wird oft zu dem Teil einer Kurzreise, an den Sie sich am längsten erinnern. Kochen, Fliesenmalen, Handwerk, Backen und Wein, und wie Sie gut auswählen.
Auf einer Kurzreise zieht das meiste, was Sie sehen, an Ihnen vorüber. Ein Workshop kehrt das um. Zwei oder drei Stunden lang stehen Sie an einer Arbeitsplatte, einem Maltisch oder einem Webstuhl und arbeiten mit den Händen, während jemand erklärt, wie man die Dinge hier schon immer gemacht hat. Lange nachdem die Museumsschilder verblasst sind, erinnern Sie sich an den Duft des Teigs und an das Gewicht des Pinsels.
Warum ein Kurs in Erinnerung bleibt
Praktische Erlebnisse entschleunigen eine Reise auf die schönste Art. Sie verbringen einen ganzen Vormittag in einem Raum, mit einer kleinen Gruppe und einer Kursleitung, die den Ort gut kennt, und das Gespräch wandert von der Technik zu Märkten, Familienrezepten und der besten Zeit für Orangen. Auf einer Kurzreise gibt es kaum einen leichteren Weg, ganz ungezwungen Menschen kennenzulernen.
Außerdem nehmen Sie etwas mit nach Hause. Manchmal ist es ein Gegenstand, eine bemalte Fliese oder eine kleine Glasschale. Öfter ist es eine Fertigkeit: die Geduld, einen sofrito aus Zwiebel, Knoblauch und Tomate langsam in Olivenöl zu schmoren, das Gefühl für einen Teig, der lange genug geruht hat, ein Rezept, das Sie im nächsten Winter wieder kochen und dabei an die Reise denken.

Kochen in Andalusien und auf Mallorca
Die besten Kochkurse beginnen auf dem Markt. In Málaga ist der Mercado Central de Atarazanas der natürliche Ausgangspunkt, mit seinen Ständen voller Fisch, Oliven, Mandeln und Obst der Saison. Zurück in der Küche bereiten Sie vielleicht zu, die kalte Suppe aus Mandeln und Knoblauch, die eng mit Málaga verbunden ist, oder einen tiefroten salmorejo nach Art von Córdoba, dicker als Gazpacho und mit gehacktem Ei und Schinken bestreut.
Auf Mallorca widmen sich die Kurse oft der ländlichen Inselküche: tumbet, Schichten aus frittierten Kartoffeln, Auberginen und Paprika mit Tomatensauce, oder schlichtem pa amb oli, Brot, mit Tomate eingerieben und mit Olivenöl beträufelt. Der Mercat de l’Olivar in Palma eignet sich gut für den Einkaufsteil des Vormittags. Viele Kurse enden an einem gemeinsamen Tisch, und das ist schon die halbe Freude.
Fliesen, Glas und Stoff: Handwerk mit langer Geschichte
Lissabon ist eine Stadt im Fliesenkleid. Azulejos bedecken Kirchenräume, Treppenhäuser und ganze Fassaden, und eigene Fliesen zu bemalen gehört zu den beliebtesten Kursen der Stadt. Besuchen Sie vor oder nach dem Kurs das Nationale Fliesenmuseum (Museu Nacional do ) im ehemaligen Kloster Madre de Deus, das 1509 gegründet wurde. Seine Sammlung verfolgt das Handwerk über mehrere Jahrhunderte, und wenn Sie die Muster einmal aus der Nähe gesehen haben, wird Ihre eigene Pinselarbeit gleich viel spannender.
Auch Mallorca hat eigene Handwerkstraditionen. Die Glasbläserei reicht auf der Insel mehrere Jahrhunderte zurück, und es ist fesselnd zuzusehen, wie ein Glasmacher einen glühenden Glasposten an einer langen Pfeife dreht. Die , das „Zungentuch“, ist ein mallorquinischer Ikat-Stoff: Das Garn wird vor dem Weben gefärbt, sodass das fertige Muster wie flackernde Flammen aussieht. Nur noch eine Handvoll Werkstätten webt diesen Stoff, und ein Besuch zeigt, wie viel Geduld in einer einzigen Tischdecke steckt.
Das Olivenöl rundet das Bild ab. Öl von der Insel trägt eine eigene geschützte Ursprungsbezeichnung, Oli de Mallorca, und eine Verkostung macht den Unterschied zwischen grünen, pfeffrigen Ölen aus der frühen Ernte und runderen, milderen Ölen deutlich.
Lange nachdem die Museumsschilder verblasst sind, erinnern Sie sich an den Duft des Teigs und an das Gewicht des Pinsels.
Backen in Stockholm und Wien
In Schweden gehört das Backen zum Alltag und ist eng mit dem Ritual der verbunden, der Kaffeepause mit Freunden oder Kollegen. In einem Kurs für Zimtschnecken lernen Sie, einen weichen, oft mit Kardamom duftenden Teig auszurollen und zu drehen und ihn mit Hagelzucker statt Zuckerguss zu vollenden. Schweden hat sogar einen Tag der Zimtschnecke, jedes Jahr am 4. Oktober, 1999 ins Leben gerufen, um das Backen zu Hause zu feiern. Auch traditionelles Handwerk passt zu einem Wochenende in Stockholm, vom Weben bis zum Bemalen eines Holzpferdchens im Stil von Dalarna.
Für Mehlspeisen ist Wien die erste Adresse. In einem Strudelkurs lernen Sie, den Teig über die Handrücken und dann über ein bemehltes Tuch zu ziehen, bis er, wie man so sagt, dünn genug ist, um durch ihn die Zeitung zu lesen. Dann folgen die Füllung aus Äpfeln, Rosinen, Zimt und in Butter gerösteten Bröseln, das sorgfältige Einrollen und das lange, duftende Warten, während der Strudel im Ofen bäckt.
Auch der Wein gehört zu Wien. Die Stadt ist eine der ganz wenigen Hauptstädte mit nennenswerten Weinbergen innerhalb ihrer Grenzen, an den Hängen zum Wienerwald und jenseits der Donau. Verkostungen drehen sich oft um den Wiener Gemischten Satz, einen Weißwein aus mehreren Rebsorten, die gemeinsam im selben Weingarten wachsen. Ein , eine Weinschenke, in der der Winzer seinen eigenen Wein ausschenkt, ist am Abend ein schöner Abschluss des Tages.
Wie Sie einen guten Workshop finden
Ein wenig Vorbereitung macht den Unterschied. Achten Sie auf kleine Gruppen, am besten ein Dutzend Menschen oder weniger, damit Sie wirklich selbst arbeiten, statt nur zuzusehen. Klären Sie, in welcher Sprache der Kurs stattfindet und ob es Rezepte oder Anleitungen schriftlich gibt. Fragen Sie, wie lange der praktische Teil dauert und was Sie mitnehmen, ob eine Mahlzeit, ein fertiges Stück oder eine Sammlung von Rezepten.
- Buchen Sie einen Kurs früh in der Reise, damit Sie das Gelernte in den folgenden Tagen nutzen können
- Nennen Sie Allergien und Ernährungswünsche bei der Buchung, nicht erst am Tag selbst
- Tragen Sie Kleidung, die einen Spritzer Öl, Farbe oder Mehl verträgt
- Fragen Sie, ob fertige Stücke trocknen oder gebrannt werden müssen und wie sie heil nach Hause kommen
- Halten Sie die Stunden danach frei, denn in guter Gesellschaft dauern Kurse oft länger
Wörter in diesem Artikel
- Azulejo
- Eine bemalte, glasierte Keramikfliese, die in ganz Portugal Fassaden, Kirchenwände und Treppenhäuser schmückt.
- Roba de llengües
- Mallorcas „Zungentuch“, ein Ikat-Stoff, dessen Garn vor dem Weben gefärbt wird, sodass flammenartige Muster entstehen.
- Fika
- Die schwedische Kaffeepause, meist mit etwas Süßem, gemeinsam mit Freunden oder Kollegen.
- Heuriger
- Eine Wiener Weinschenke, die Wein aus den eigenen Weingärten des Winzers ausschenkt.
- Ajoblanco
- Eine kalte Suppe aus Mandeln, Knoblauch, Brot und Olivenöl, die eng mit Málaga verbunden ist.
Häufige Fragen
Braucht man Vorkenntnisse für einen Koch- oder Handwerkskurs?
Nein. Die meisten Kurse für Reisende sind für völlige Anfänger gedacht, und die Kursleitung führt Sie Schritt für Schritt. Wichtiger ist eine kleine Gruppe, damit Sie selbst genug Zeit an der Arbeitsplatte oder am Tisch bekommen. Wenn Sie schon kochen oder malen, fragen Sie nach einem Kurs für Fortgeschrittene, denn manche Werkstätten bieten längere oder technisch anspruchsvollere Varianten an.
Wie bringt man eine bemalte Fliese nach Hause?
Bemalte Fliesen müssen meist in einem Brennofen gebrannt werden, bevor die Farben halten, und das kann einen Tag oder länger dauern. Fragen Sie bei der Buchung, ob die Werkstatt vor Ort brennt und wie lange es dauert. Legen Sie den Kurs auf den ersten oder zweiten Tag, dann ist die Fliese fertig, bevor Sie abreisen. In Kleidung gewickelt, reist sie gut im Koffer.
Eignen sich Workshops für Menschen mit Lebensmittelallergien?
Meist ja, sofern Sie es vorher ankündigen. Nennen Sie Allergien und Ernährungswünsche schon bei der Buchung und nicht erst am Tag selbst, damit die Kursleitung Rezepte anpassen oder Alternativen vorbereiten kann. Gerade Backkurse kommen ohne Mehl, Butter, Eier und oft Nüsse kaum aus, deshalb lohnt sich die Frage, was verwendet wird. Eine gute Kursleitung erklärt Ihnen gern jede Zutat.


